Der EU AI Act
Leitfaden: KI-Inhalte rechtssicher nutzen
Was Einzelunternehmerinnen ab August 2026 für Webseite und Social Media wissen müssen.
Liebe Kundin,
Künstliche Intelligenz (KI) wie ChatGPT, Midjourney oder Photoshop-Erweiterungen ist aus dem Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken. Ab dem 2. August 2026 gelten durch den EU AI Act (das europäische KI-Gesetz) jedoch strenge Regeln für die Kennzeichnung und den Einsatz dieser Tools. Da das Gesetz auch für alle gilt, die Kunden in der EU ansprechen, betrifft es auch Schweizer Unternehmerinnen.
Dieser Leitfaden hilft dir dabei, deine Webseite und deine Social-Media-Kanäle absolut rechtssicher und abmahnfrei zu gestalten.
1. Die goldene Grundregel: Schreibhilfe vs. KI-Inhalt
Der Gesetzgeber unterscheidet streng danach, wie tief die KI in die Inhaltserstellung eingegriffen ha
Kennzeichnungspflichtig (Die KI als Urheber):
Wenn ein Text, der die Öffentlichkeit über wichtige Themen informiert (dazu gehören auch Therapeutische Texte mit psychologischen Inhalten aller Art), komplett von einer KI generiert wird, greift die gesetzliche Offenlegungspflicht.
Gesetzestext: Art. 50 Abs. 4 EU AI Act (Transparenzpflichten für Bereitsteller von KI-Systemen, die Texte für die Öffentlichkeit generieren).
Keine Kennzeichnung nötig (Die KI als Werkzeug):
Nutzt du ChatGPT nur für Rechtschreibung, Strukturierung oder Übersetzungen deines eigenen Textes, entfällt die Pflicht. Erst durch deine menschliche Schöpfungskraft entsteht zudem ein rechtlich geschütztes Werk.
Gesetzestext: § 2 UrhG (DE) / Art. 2 URG (CH) (Erforderliche eigene geistige Schöpfung für den Urheberschutz).
2. Der Sonderfall für therapeutische Berufe
In Heil- und Therapieberufen wie Psychotherapie, Physiotherapie oder Heilpraxis wiegt der Fehltritt mit KI besonders schwer.
Absolute Datenschutz-Falle (Patientendaten):
Das Eingeben von echten Patientennamen, Symptomen oder Fallberichten in öffentliche KI-Tools ist ein schwerer Gesetzesverstoss. Gesundheitsdaten gehören zu den besonders schützenswerten Daten.
Gesetzestext: Art. 9 DSGVO (Verarbeitung besonderer Kategorien personenbezogener Daten) & Art. 5 Abs. 2 lit. c DSG (CH) (Besonders schützenswerte Personendaten).
Berufsrecht: § 203 StGB (DE) / Art. 321 StGB (CH) (Verletzung des Berufsgeheimnisses / Schweigepflicht).
Volle Eigenhaftung für Fehlinformationen:
KIs neigen zum „Halluzinieren“ (Erfinden von Fakten). Verbreitest du fehlerhafte medizinische Ratschläge, haftest du zivilrechtlich für Behandlungs- oder Beratungsfehler.
Gesetzestext: § 823 BGB (DE) / Art. 41 OR (CH) (Allgemeine Schadensersatzpflicht aus unerlaubter Handlung).
3. KI-Bildbearbeitung und Generierung
Bei Bildern auf Webseiten und Social Media wird zwischen technischer Optimierung und täuschender Manipulation unterschieden.
Kennzeichnungspflicht bei fotorealistischen Bildern und Porträts:
Erstellst du KI-Bilder deines Gesichts (Image-to-Image) oder nutzt künstliche Symbolbilder, die täuschend echt aussehen, muss dies für den Nutzer sofort erkennbar sein.
Gesetzestext: Art. 50 Abs. 3 EU AI Act (Pflicht zur Kennzeichnung von KI-generierten oder manipulierten Bild-, Audio- oder Videoinhalten / „Deepfakes“).
Strenges Verbot bei Vorher-Nachher-Bildern:
Das kosmetische Schönen von Therapieerfolgen mittels generativer KI (z. B. Haltung gerader rechnen) ist illegal.
Gesetzestext: § 3 HWG (DE) (Verbot der irreführenden Werbung im Heilmittelwerbegesetz) & Art. 2 UWG (CH) (Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb – Täuschungsverbot).
Rechte des Original-Fotografen beim KI-Upload:
Lädst du ein echtes Fotografen-Foto in ein KI-Tool hoch, um es zu verändern, brauchst du die Erlaubnis des Rechteinhabers.
Gesetzestext: § 23 UrhG (DE) / Art. 11 URG (CH) (Recht auf Bearbeitung und Änderung des Werks durch den Urheber).
Checkliste 1: Für deine zukünftigen Social-Media-Posts
Nutze diese Checkliste vor jedem Upload auf Instagram, LinkedIn, TikTok und Co.:
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Inhaltliche Richtigkeit geprüft: Stimmen alle medizinischen Fakten und wurden irreführende Heilungsversprechen entfernt?
(Rechtliche Basis: § 3 HWG / Art. 2 UWG) -
Plattform-Label aktiviert: Bei fotorealistischen KI-Bildern oder Avataren wurde das plattformeigene Label (z. B. Meta „Made with AI“) eingeschaltet.
(Rechtliche Basis: Art. 50 Abs. 3 EU AI Act) -
Text-Hinweis platziert: Reine KI-Fachtexte enthalten am Ende ein klares Label. (Beispiel: „Erstellt mit Unterstützung von KI.“)
(Rechtliche Basis: Art. 50 Abs. 4 EU AI Act) -
Deepfake-Schutz im Video: Bei KI-Stimmen oder manipulierten Videos ist der Hinweis „KI-generiert“ permanent im Video sichtbar.
(Rechtliche Basis: Art. 50 Abs. 3 Unterabsatz 2 EU AI Act) -
Metadaten unbeschädigt: Das Bild wurde so abgespeichert, dass maschinenlesbare C2PA-Wasserzeichen der KI im Hintergrund erhalten bleiben.
(Rechtliche Basis: Art. 50 Abs. 1 EU AI Act - Pflicht zur technischen Kennzeichnung)
Checkliste 2: Für Anpassungen auf deiner Webseite
Hinweise im Impressum reichen nicht aus – die Transparenz muss direkt am Inhalt erfolgen.
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Disclaimer bei Fach-Blogs: Unter reinen KI-Artikeln zu Gesundheitsthemen steht: „Hinweis: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt und fachlich geprüft.“
(Rechtliche Basis: Art. 50 Abs. 4 EU AI Act) -
Kennzeichnung von Symbolbildern: Fotorealistische, künstliche Bilder sind beschriftet (z. B. „Symbolbild – erstellt mit KI“).
(Rechtliche Basis: Art. 50 Abs. 3 EU AI Act) -
Interaktive Systeme (Chatbots): Bevor der Nutzer die erste Nachricht in einen Live-Chat oder Symptom-Checker eintippt, steht dort unübersehbar: „Du chattest hier mit einer KI.“
(Rechtliche Basis: Art. 50 Abs. 1 EU AI Act - Pflicht zur Offenlegung interaktiver KI-Systeme) -
Datenschutz bei Patientenbildern: Falls Bilder von Patienten mit KI-Software (z. B. in Photoshop) bearbeitet werden, liegt eine schriftliche Einwilligung vor, die auch die Übermittlung an KI-Cloud-Server abdeckt.
(Rechtliche Basis: Art. 9 DSGVO / Art. 6 DSG (CH)) -
Fotografen-Freigabe eingeholt: Für jegliche KI-Verfremdung von professionellen Porträtfotos liegt die Erlaubnis des Fotografen vor.
(Rechtliche Basis: § 23 UrhG / Art. 11 URG (CH))
Möchtest du die strengen Kennzeichnungspflichten von Art. 50 EU AI Act für Webseitenbilder legal umgehen? Dann nutze KI-Bilder nicht im Fotorealismus-Stil. Sobald ein Bild unmissverständlich als Comic, Pop-Art-Illustration oder abstrakte Grafik erkennbar ist, entfällt die Kennzeichnungspflicht für den normalen Gebrauch fast vollständig, da keine Täuschungsgefahr für den Betrachter besteht!
HINWEIS: diese Information wurde mit Hilfe von KI für dich zusammen gestellt. KI-Antworten können Fehler enthalten. Zur Beratung in rechtlichen Fragen solltest du dich an einen Experten wenden.
